Außenseiter und Favoriten Wetten: wann sich welche Wette anbietet

Favoriten Wetten stehen bei einem klaren Favoriten vor dem Problem, dass die Siegquote kaum etwas hergibt. Außenseiter Wetten haben das umgekehrte Problem, hohe Quote und seltener Treffer. Welche der beiden Seiten sich anbietet, hängt weniger davon ab, wie klar die Rollen verteilt sind, als davon, ob ein Unentschieden dazwischenkommen kann und wie viele Konkurrenten am Start stehen. Und wie oft der Favorit tatsächlich gewinnt, ist eine andere Zahl als die, die er erreichen müsste, damit sich seine Quote rechnet.
Wie oft der Favorit gewinnt und ab wann Favoriten Wetten aufgehen
Über 15.400 Partien der Premier League, der Championship, der Bundesliga und der zweiten Bundesliga gewann die Favoritenseite 49,58 Prozent der Spiele, die Außenseiterseite 24,29 Prozent. Gezählt wurde von der Rückrunde 2006/2007 bis Februar 2017. Knapp die Hälfte ist gut doppelt so viel wie das, was auf der Gegenseite herauskommt, aber es ist eben nicht die große Mehrheit, mit der viele beim Wort Favorit rechnen. In der anderen Hälfte gewinnt der Außenseiter, oder es bleibt beim Unentschieden.
Wie oft du richtig liegen musst, damit eine Wette auf lange Sicht nicht ins Minus läuft, steckt im Kehrwert ihrer Quote. Eine angenommene Quote von 1,50 ergibt 1 geteilt durch 1,50, also 66,7 Prozent. Von 20 solchen Wetten reichen 13 Treffer damit noch nicht, erst mit dem vierzehnten stehst du im Plus. Steht die angenommene Quote bei 1,25, liegt die Schwelle schon bei 80 Prozent, bei 2,00 dagegen bei 50 Prozent.
Genau hier wird es bei Favoriten Wetten auf sehr niedrige Quoten eng. Vier von fünf richtigen Tipps klingen nach einer starken Serie, und zu einer Quote von 1,25 stehst du damit exakt bei null. Die 49,58 Prozent sind dabei der Schnitt über alle Partien, vom knappen bis zum ganz klaren Favoriten. Für die einzelne Wette zählt nicht dieser Schnitt, sondern ob du dem Favoriten die Trefferquote zutraust, die der Kehrwert seiner Quote ergibt.
Wann sich Favoriten Wetten anbieten
In der Bundesliga-Saison 2025/2026 endeten 75 der 306 Partien unentschieden, also fast jede vierte. In keinem dieser Spiele hat der Favorit verloren, und trotzdem ging jede gewöhnliche Siegwette auf ihn leer aus. Der dritte Ausgang steht in der Siegwette immer gegen den Favoriten, ohne dass die stärkere Seite dafür schlecht gespielt haben muss.
Im Basketball gibt es diesen dritten Ausgang nicht. Steht es in der NBA nach dem vierten Viertel gleich, wird verlängert, bis eine Entscheidung fällt. Die Partie endet also immer mit einem Sieger, und ein Tipp auf den Favoriten hat nur noch einen Gegner, nämlich den Außenseiter selbst.
Im Tennis kommt zum fehlenden Unentschieden noch etwas hinzu. Über rund 50.000 ATP-Matches der Jahre 2000 bis 2017 gewann der nach Weltrangliste höher platzierte Spieler 66,6 Prozent seiner Partien, und der Belag ändert daran wenig, 67,3 Prozent auf Hartplatz, 66,1 auf Sand und 66,0 auf Rasen. Ein Match besteht aus vielen einzeln ausgespielten Punkten, Games und Sätzen, und je öfter neu ausgespielt wird, desto seltener entscheidet ein einzelner glücklicher Moment das ganze Ergebnis. Für Favoriten Wetten ist das die freundlichere Ausgangslage, weil sich die stärkere Seite über die Dauer eines Matches immer wieder neu durchsetzen kann und nicht an einer einzigen Szene hängt.
Welche Seite in einer Partie überhaupt Favorit ist, entscheidet sich dabei jedes Mal neu. In den vier ausgewerteten Ligen trifft jede Mannschaft im Lauf der Spielzeit zweimal auf jede andere, einmal zu Hause und einmal auswärts, und in diesen beiden Spielen können die Rollen ganz verschieden verteilt sein.
Wie du über das Handicap mehr Quote auf den Favoriten bekommst
Mit dem Handicap minus eins muss die gewählte Seite mindestens zwei Tore höher gewinnen. Ein 1:0 des Favoriten reicht dafür nicht mehr, ein 2:0 oder ein 3:1 schon. Du verlangst damit vom Favoriten mehr als den bloßen Sieg, und dafür steht auf diesen Tipp eine höhere Quote als auf die einfache Siegwette.
Der knappe Sieg fällt aus dieser Rechnung heraus. Gewinnt die Mannschaft mit einer Vorgabe von minus einem Tor genau mit einem Tor Unterschied, sind Wetten auf diese Auswahl beim asiatischen Handicap ungültig, und der Einsatz wird zurückerstattet. Ein 1:0 ist damit weder Gewinn noch Verlust, während dasselbe 1:0 in der einfachen Siegwette voll gezählt hätte.
Im Tennis gibt es keine Tordifferenz, hier läuft die Vorgabe über die Sätze. Beim Satz-Handicap wird der positive oder negative Handicapwert auf den Satzendstand angewendet. Ein Favorit mit minus 1,5 Sätzen braucht in einem Match über zwei Gewinnsätze deshalb ein glattes 2:0. Aus einem 2:1 wird nach Verrechnung ein 0,5:1, und der Tipp ist verloren, obwohl der Favorit das Match gewonnen hat.
Was bei hohen Quoten im Schnitt vom Einsatz zurückkommt
Je höher die Quote, desto weniger kam vom Einsatz zurück, und zwischen der niedrigsten und der höchsten Quotenklasse liegen gut 18 Euro Unterschied. Grundlage sind 150.018 Quotierungen der Saisons 2005/2006 bis 2010/2011.
Quotenklasse | Rückzahlung je 100 Euro Einsatz |
|---|---|
bis 1,50 | 97,74 Euro |
1,50 bis 2,00 | 93,90 Euro |
2,00 bis 2,50 | 94,21 Euro |
2,50 bis 3,25 | 90,03 Euro |
3,25 bis 5,00 | 87,50 Euro |
über 5,00 | 79,55 Euro |
Ganz gleichmäßig läuft die Reihe nicht, die dritte Quotenklasse liegt leicht über der zweiten. Von einer Klasse zur nächsten ist die Reihe damit keine Regel, über die ganze Spanne bleibt die Richtung aber eindeutig, und der Grund dafür steckt hinter der Quote und nicht in ihr. In der höchsten Quotenklasse ergibt der Kehrwert eine Trefferquote von unter 20 Prozent, und im Schnitt über sehr viele Wetten gewinnen Außenseiter noch seltener als das. Für Außenseiter Wetten heißt das, dass die hohe Quote das größere Risiko im Schnitt nicht aufwiegt.
Bei den Golf-Majors zieht sich dieselbe Reihe noch viel weiter auseinander. Über 31.921 Quotierungen steigt die durchschnittliche Verlustrate von 33 Prozent in der Quotenklasse von 1,10 bis 41 auf 93 Prozent in der Klasse von 202 bis 501. Vom Einsatz auf einen Spieler mit dreistelliger Quote bleiben im Schnitt also sieben Prozent.
Diese Werte sind Durchschnitte über Zehntausende Quotierungen und keine Vorhersage für den einzelnen Tipp. Eine einzelne Außenseiterwette gewinnt oder verliert, dazwischen gibt es nichts, und wer zu einer Quote von 20,00 richtigliegt, bekommt das Zwanzigfache seines Einsatzes zurück. Erst über sehr viele solcher Entscheidungen hinweg nähert sich das Ergebnis den Werten in der Tabelle an.
Wann sich Außenseiter Wetten anbieten
Alle vier Grand-Slam-Turniere weisen 128 Plätze im Einzel und 64 im Doppel aus. Das Feld von The Open und das des U.S. Open im Golf umfassen je 156 Spieler. Einem Titelfavoriten stehen dort also 127 beziehungsweise 155 Konkurrenten gegenüber, und fast jeder von ihnen ist Außenseiter. In einem solchen Feld ist die Wette auf den Turniersieger fast zwangsläufig eine Langzeitwette auf einen Außenseiter, denn die hohe Quote entsteht schlicht daraus, dass so viele andere den Titel ebenfalls holen können.
In Wimbledon werden Matches über zwei und über drei Gewinnsätze gespielt. Für einen Außenseiter ist das ein großer Unterschied, denn über zwei Gewinnsätze reichen ihm zwei starke Sätze, über drei muss er dreimal liefern. Mit jedem weiteren Satz bekommt die stärkere Seite eine zusätzliche Gelegenheit, einen misslungenen Satz auszubügeln.
Über eine ganze Saison hinweg fällt ein schwacher Nachmittag kaum ins Gewicht, in der einzelnen Partie steht er für sich allein. Deshalb hat ein Außenseiter in einem einzelnen Spiel mehr Aussicht als über eine ganze Spielzeit hinweg, und Außenseiter Wetten sind in der einzelnen Begegnung besser aufgehoben als in der Frage, wer am Ende einer Liga vorne steht.
Außenseiter Wetten mit zwei Ausgängen statt drei
Die Auswahl X oder 2 gewinnt bei einem Auswärtssieg oder einem Unentschieden. Spielt der Außenseiter zu Hause, ist es entsprechend die Auswahl 1 oder X. Die Doppelte Chance Wette sichert damit zwei von drei möglichen Spielausgängen, und verloren ist der Tipp nur noch in einem Fall, nämlich wenn der Favorit gewinnt.
Die zweite Variante kommt ohne das Unentschieden aus. Bei der Zweiwegwette ohne Unentschieden gibt es nur die beiden Mannschaften zur Auswahl, und bei einem Unentschieden wird der Einsatz zurückerstattet. Endet die Partie remis, gewinnst du also nichts, verlierst aber auch nichts.
Dieselbe Wertung erreichst du über die Vorgabe null. Dabei wird die Mannschaft mit beliebigem Torvorsprung als Sieger gewertet, und bei einem Unentschieden verlieren die Wetten ihre Gültigkeit und die Einsätze werden zurückerstattet. Das ist dasselbe Handicap wie beim Favoriten, nur mit einer Vorgabe von null Toren.
Beide Wege stehen zu einer niedrigeren Quote als der reine Tipp auf den Außenseitersieg, weil sie mehr Ausgänge abdecken. Außenseiter Wetten werden damit häufiger zu einem Treffer, ohne dass der Außenseiter selbst gewinnen muss, und du gibst dafür einen Teil des möglichen Gewinns ab.
Was bei der Wette auf die Restzeit zählt, wenn der Favorit zurückliegt
Gewertet wird bei der Restzeit nur, was ab dem Moment der Wettabgabe passiert. Abgerechnet wird nach den Toren, die von da an bis zum Ende der regulären Spielzeit einschließlich Nachspielzeit fallen. Alles, was vorher gefallen ist, bleibt unberücksichtigt.
Liegt ein Favorit in einer Bundesligapartie nach einer Stunde 0:1 zurück und wettest du in diesem Moment auf ihn in der Restzeit, steht die Partie für deine Wette bei 0:0. Trifft er in der 75. Minute zum 1:1, hat er die Restzeit mit 1:0 gewonnen, und dein Tipp ist aufgegangen, obwohl das Spiel unentschieden endet. Für Favoriten Wetten im laufenden Spiel ist genau das der Kern. Du wettest nicht darauf, dass der Favorit die Partie noch dreht, sondern nur darauf, dass er die verbleibende Zeit für sich entscheidet.
Die Wertung endet mit der regulären Spielzeit. Fällt das Tor erst in der Verlängerung, zählt es für diese Wette nicht mehr mit. Dafür gibt es eine eigene Variante derselben Wette, die allein die 30 Minuten der Verlängerung plus Nachspielzeit berücksichtigt. In einem K.-o.-Spiel wettest du mit der Restzeit also auf einen genau abgegrenzten Ausschnitt und nicht auf den Ausgang der Partie.
Häufige Fragen
Wird die Doppelte Chance auch in der Verlängerung gewertet?▾
Zählt beim Satz-Handicap auch der Spielstand innerhalb der Sätze?▾
Zählen bei einer Wette auf die Restzeit auch Karten und Ecken von vorher?▾

Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit Sportwetten und Online‑Casinos. In dieser Zeit habe ich hunderte Anbieter selbst getestet und dadurch ein feines Gespür dafür entwickelt, wer seriös arbeitet und wer nicht. Auf Wettbuero.com findest du nur Wettanbieter und Casinos, die ich persönlich unter die Lupe genommen habe – von der Angebotsbreite über die Quoten bis hin zu Zahlungsabläufen. Meine Erfahrung hilft mir dabei, Stärken und Schwächen klar zu benennen und dir Tipps an die Hand zu geben, mit denen du Spaß am Wetten hast, ohne deine Verantwortung aus den Augen zu verlieren.
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