Bei Doppelte-Chance-Wetten schlägst du sprichwörtlich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du wettest mit einem einzigen Tipp gleichzeitig auf zwei mögliche Ausgänge eines Spiels. Diese Wettform gehört seit langem zum Repertoire erfahrener Tipper Diese beliebte Wettart wird vor allem im Fußball eingesetzt, um das Risiko zu reduzieren – schließlich gewinnst du deine Wette, solange nicht der einzige von dir ungetippte Spielausgang eintritt. Dadurch steigt die Gewinnwahrscheinlichkeit deutlich, allerdings sind die Quoten für Doppelte-Chance-Wetten entsprechend niedriger als bei klassischen 1X2 Wetten.
So funktionieren Doppelte-Chance-Wetten
Die Funktionsweise dieser Wettoption ist schnell erklärt: Doppelte-Chance-Wetten kombinieren bei einer Dreiweg-Wette zwei Ergebnisse zu einem Tipp. Anstatt dich wie gewöhnlich auf ein einziges Ergebnis festzulegen, sicherst du dich ab, indem du zwei von drei möglichen Spielausgängen wählst. Dadurch verlierst du nur, wenn der einzig verbleibende Ausgang eintritt. Theoretisch erhöhst du damit – bei gleich wahrscheinlichen Spielausgängen – deine Gewinnchance pro Wette von etwa 33% auf rund 66%. Im Gegenzug sind die potenziellen Gewinne geringer, da die Wettquote entsprechend niedriger ausfällt.
Bei Doppelte-Chance-Wetten stehen dir genau drei Tipp-Varianten zur Verfügung:
- 1X: Wette gewinnt, wenn die Heimmannschaft gewinnt oder das Spiel unentschieden endet.
- X2: Wette gewinnt, wenn das Spiel unentschieden endet oder die Auswärtsmannschaft gewinnt.
- 12: Wette gewinnt, wenn die Heimmannschaft oder die Auswärtsmannschaft gewinnt (solange kein Unentschieden fällt).
Achtung: Verwechsele diese Schreibweise nicht mit ähnlichen Kürzeln bei anderen Wettarten. Die Kombinationen 1X, X2 und 12 werden im Rahmen der Doppelten Chance ohne Trennzeichen geschrieben. Taucht ein Schrägstrich oder Bindestrich auf (z.B. 1/2, X/1), handelt es sich meist um eine andere Wettart – beispielsweise die Halbzeit/Endstand-Wette – und nicht um eine Doppelte Chance!
Doppelte-Chance-Wetten in verschiedenen Sportarten
Doppelte-Chance-Wetten können grundsätzlich bei jeder Sportart angeboten werden, in der ein Unentschieden möglich ist. In der Praxis ist diese Wettoption aber vor allem im Fußball von Bedeutung. Zwar gibt es auch in Sportarten wie Eishockey oder Handball die Möglichkeit eines Remis, doch kommen Unentschieden dort seltener vor. Hier ein Überblick, wie sich die Doppelte Chance je nach Sportart einsetzen lässt:
Fußball
Bei Fußball Wetten gehören Doppelte-Chance-Wetten zum Standard und werden von nahezu jedem Buchmacher für alle Spiele angeboten. Da Fußballpartien vergleichsweise oft unentschieden enden (je nach Liga etwa 20–30% der Spiele), nutzen viele Tipper diese Option, um sich gegen das Remis abzusichern. Insbesondere Außenseiter-Tipps werden gerne mit einer Doppelten Chance gespielt: Anstatt beispielsweise auf einen überraschenden Auswärtssieg eines Außenseiters zu setzen, kann stattdessen die Option X2 als Doppelte Chance gewählt werden, um auch das Remis abzudecken. Statt auf riskante Ergebniswetten zu spekulieren, greifen Fußball-Fans häufig zu Doppelten Chancen, um sicherer zu wetten – die Gewinnwahrscheinlichkeit ist höher, auch wenn die Quote niedriger ausfällt. Zum Beispiel endeten in der Bundesliga zuletzt knapp 24% aller Spiele remis; in anderen Top-Ligen wie der Premier League oder La Liga liegt der Anteil meist zwischen 20% und 25%. Ligen wie die italienische Serie A hatten zeitweise sogar Unentschieden-Raten nahe 30%. Diese hohe Remis-Wahrscheinlichkeit macht Doppelte-Chance-Wetten hier besonders relevant.
Eishockey
Auch bei Eishockey Wetten existiert die Dreiweg-Wette mit Sieg, Unentschieden oder Niederlage – allerdings meist nur bezogen auf die reguläre Spielzeit. Viele Ligen (z.B. NHL) spielen bei Gleichstand Verlängerung, wodurch das Unentschieden als Endresultat entfällt. Wer bei solchen Spielen eine Doppelte Chance nutzen möchte, muss gezielt die Wette auf das Ergebnis nach 60 Minuten (inklusive Remis-Option) wählen. Doppelte-Chance-Wetten auf Eishockey-Partien sind zwar verfügbar, aber weniger populär als im Fußball, da das Unentschieden hier seltener eintritt und oft ohnehin die Zweiweg-Variante (Sieg inkl. Overtime) bevorzugt wird.
Handball
Im Handball kommen Unentschieden vor, sind aber deutlich seltener als im Fußball. Die meisten Partien enden mit einem Sieger, vor allem weil in dieser schnellen, torreichen Sportart eher selten ein Gleichstand nach 60 Minuten stehenbleibt. Dennoch bieten Buchmacher auch hier Doppelte-Chance-Wetten an – zum Beispiel in Liga-Spielen, wo ein Remis möglich ist. In der Praxis werden sie jedoch nicht so häufig genutzt, da man bei klaren Kräfteverhältnissen die Favoriten ohnehin kaum absichern muss (sie gewinnen meistens) und bei ausgeglichenen Spielen viele Tipper eher auf eine klassische Siegwette oder eine Absicherung mit „Draw No Bet“ (Wette auf Sieg, bei Unentschieden Einsatz zurück) setzen.
Basketball
Bei Basketball Wetten hat die Doppelte Chance eine untergeordnete Rolle. In professionellen Basketball-Ligen (NBA, EuroLeague etc.) wird ein Spiel bei Gleichstand grundsätzlich in die Verlängerung geführt, sodass es praktisch kein Unentschieden gibt. Daher werden Wetten hier fast immer als Zweiweg-Angebot (Sieg Team A oder Sieg Team B) abgewickelt. Einige Buchmacher ermöglichen zwar Dreiweg-Wetten auf bestimmte Basketballspiele (z.B. auf das Resultat nach regulärer Spielzeit inklusive der Option Unentschieden), doch diese sind eher exotisch. Entsprechend werden Doppelte-Chance-Wetten im Basketball kaum benötigt, da die Standardwette ohnehin beide Teams (mit Entscheidung in Overtime) abdeckt.
American Football & weitere Sportarten
Ähnlich wie beim Basketball werden auch in den meisten US-Sportarten (American Football, Baseball, Eishockey in Playoffs etc.) Unentschieden durch Overtime oder andere Entscheidungsmechanismen vermieden. In der NFL etwa sind Remis zwar theoretisch möglich, aber äußerst selten; die meisten Wetten beziehen sich auch hier auf den endgültigen Sieger (inkl. Verlängerung). Doppelte-Chance-Wetten spielen daher in solchen Sportarten kaum eine Rolle. Sollte jedoch eine Liga oder Veranstaltung ein Unentschieden zulassen – etwa ein Rugby-Spiel in der Gruppenphase oder ein Boxkampf, der unentschieden gewertet werden kann – gilt auch hier: Sobald ein Dreiweg-Ergebnis möglich ist, kann in der Regel eine Doppelte Chance angeboten werden. Die Relevanz bleibt aber gering, denn die Wahrscheinlichkeit eines Remis ist in vielen dieser Sportarten minimal.
Zusammengefasst gilt: Immer wenn ein Remis theoretisch möglich ist, bieten Buchmacher in der Regel auch die Doppelte Chance als Wettoption an. Doch während diese Wettform im Fußball aufgrund der recht häufigen Unentschieden fest etabliert ist, fristet sie in anderen Sportarten eher ein Schattendasein.
Vorteile und Nachteile von Doppelte-Chance-Wetten
Vorteile
- Höhere Gewinnchance: Bei Doppelte-Chance-Wetten deckst du zwei von drei möglichen Ergebnissen ab. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, die Wette zu gewinnen, deutlich gegenüber einer Einzelwette auf nur ein Resultat.
- Geringeres Risiko: Diese Wettform eignet sich perfekt, um vorsichtigere Tipps abzugeben. Wer zum Beispiel einen Außenseiter unterstützen will, kann mit der Doppelten Chance das Risiko eines Totalverlusts verringern, da auch ein Unentschieden zum Wettgewinn führt.
- Ideal zur Absicherung: Doppelte-Chance-Wetten sind ein beliebtes Mittel, um bei unsicheren Begegnungen auf „Nummer sicher“ zu gehen. Insbesondere in ausgeglichenen Partien oder Derbys, in denen jeder Ausgang möglich scheint, kannst du mit der Doppelten Chance ein mögliches Remis abdecken und musst dich nicht auf einen Sieger festlegen.
- Kombiwetten-tauglich: Aufgrund der höheren Eintrittswahrscheinlichkeit lassen sich Tipps auf die Doppelte Chance gut zu Kombinationswetten hinzufügen. So erzielst du trotz der einzelnen niedrigeren Quoten eine ansprechende Gesamtquote, ohne auf komplett riskante Tipps setzen zu müssen.
Nachteile
- Niedrigere Quoten: Der Preis für die erhöhte Sicherheit sind spürbar geringere Quoten. Doppelte-Chance-Wetten bringen im Vergleich zur klassischen Siegwette einen kleineren Gewinn, da das Risiko für den Buchmacher geringer ist. Langfristig erfordert das entweder höhere Einsätze oder mehr erfolgreiche Tipps, um denselben Ertrag wie mit riskanteren Wetten zu erzielen.
- Bei Favoriten kaum sinnvoll: Setzt du auf den haushohen Favoriten und sicherst diesen Tipp noch zusätzlich mit dem Unentschieden ab (Doppelte-Chance-Wette 1X), wirst du meist eine äußerst niedrige Quote erhalten, die kaum spielenswert ist. Hier steht der potenzielle Gewinn in keinem Verhältnis zum Einsatz.
- Kein Gewinn im „schlimmsten“ Fall: Trotz reduzierten Risikos gibt es auch bei der Doppelten Chance keinen garantierten Gewinn. Tritt genau der eine Ausgang ein, den du nicht abgedeckt hast, ist dein Einsatz verloren. (Im Gegensatz dazu bekommst du bei der Alternativ-Wette „Draw No Bet“ im Falle eines Unentschiedens zumindest dein Geld zurück.)
- Mit Vorsicht zu genießen: Wer ausschließlich auf scheinbar sichere Doppelte-Chance-Tipps setzt, läuft Gefahr, aufgrund der geringen Quoten am Ende doch Verluste zu machen. Eine einzige verlorene Wette kann mehrere vorangegangene kleine Gewinne zunichtemachen. Diese Wettart sollte daher gezielt und mit Bedacht eingesetzt werden und nicht als vermeintliche „Gewinngarantie“ missverstanden werden.
Strategien und Tipps für Doppelte-Chance-Wetten
Wie bei allen Sportwetten Strategien kommt es auch bei dieser Wettform darauf an, sie gezielt und situationsgerecht einzusetzen. Doppelte-Chance-Wetten sind kein Allheilmittel, aber in bestimmten Szenarien sehr nützlich. Hier sind einige Tipps, wann und wie du diese Wettart optimal nutzen kannst:
Außenseiter absichern
Eine der beliebtesten Anwendungen der Doppelten Chance ist das Absichern von Außenseitern. Wenn du daran glaubst, dass ein klarer Underdog besser abschneidet als erwartet, aber du dem Team einen Sieg nicht voll zutraust, bietet sich die Wette X2 (Auswärtsteam oder Unentschieden) an. So profitierst du, falls der Außenseiter zumindest ein Remis erreicht oder sogar gewinnt. Doppelte-Chance-Wetten auf Außenseiter haben oft immer noch attraktive Quoten, da das favorisierte Team ja weiterhin als wahrscheinlicher Sieger gilt – deine Gewinnchance ist jedoch deutlich höher als bei einem reinen Sieg-Tipp auf den Außenseiter.
Favoriten mit Bedacht wählen
Eine Doppelte Chance auf den Favoriten (1X beim Heimteam oder X2 beim Topteam auswärts) scheint auf den ersten Blick „bombensicher“. Allerdings solltest du genau prüfen, ob sich die geringe Quote lohnt. Bei sehr dominanten Teams bringt die Absicherung durch das Unentschieden oft kaum Mehrwert – die Quote für 1X liegt dann vielleicht bei 1.05 oder 1.10, was selbst im Falle eines Gewinns kaum Profit abwirft. Sinnvoller kann es sein, die Doppelte Chance bei Favoriten einzusetzen, wenn du dem Favoriten nicht hundertprozentig traust. Zum Beispiel wenn ein Spitzenreiter auswärts bei einem unangenehmen Gegner antritt: Hier kann die Variante X2 (Favorit verliert nicht) ein wenig Sicherheit geben, falls das Spiel doch überraschend mit einem Remis endet. In jedem Fall gilt: Setze Doppelte-Chance-Wetten auf Favoritensiege sparsam ein und vergleiche lieber, ob ein anderer Wettmarkt (etwa ein Handicap-Sieg) nicht mehr Wert bietet.
Doppelte Chance in Kombiwetten
Eine gängige Strategie unter Tippern ist es, mehrere sichere Tipps als Kombiwette zusammenzufassen – und hierzu eignen sich Doppelte-Chance-Wetten gut. Einzelwettquoten von z.B. 1.30 oder 1.40 mögen unspektakulär wirken, aber wenn du drei oder vier solcher Tipps kombinierst, steigt die Gesamtquote deutlich an. So lassen sich Favoritentipps etwas aufwerten, ohne das Risiko dramatisch zu erhöhen. Beachte jedoch, dass auch in einer Kombiwette jeder Tipp gewinnen muss – geht eine Doppelte-Chance-Wette daneben, ist der gesamte Kombischein verloren. Wähle die Kombinationen also mit Bedacht und setze nicht blind auf alles, was „safe“ erscheint.
Doppelte Chance Live-Wetten
Doppelte-Chance-Wetten lassen sich auch live sinnvoll einsetzen. Verändert sich der Spielverlauf, kannst du mit einem Live-Tipp reagieren und ein mögliches Ergebnis absichern. Beispiel: Der Favorit kassiert früh eine Rote Karte – ein guter Moment, um vielleicht auf die Doppelte Chance für den Außenseiter (X2) zu setzen, da dieser in Überzahl nun gute Chancen auf zumindest ein Unentschieden hat. Ebenso kann es interessant sein, auf den Favoriten zu setzen, wenn dieser in Rückstand gerät: Liegt ein Top-Team unerwartet 0:1 hinten, erhöht sich die Quote für 1X (Favorit verliert nicht) im Live-Angebot deutlich. Wenn du dem Favoriten trotz Rückstands mindestens ein Remis zutraust, bekommst du nun einen weitaus besseren Preis für die Doppelte Chance als vor dem Spiel. Oder umgekehrt: Der Underdog geht überraschend in Führung; du könntest live auf 1X (Heimsieg oder Unentschieden) tippen, um abzudecken, dass der Außenseiter das Ergebnis über die Zeit rettet. Live-Quoten passen sich dynamisch an, daher bieten sich hier mit der Doppelten Chance interessante Gelegenheiten, situativ einzugreifen. Wichtig bleibt jedoch, auch bei Livewetten einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht unüberlegt zu handeln.
Kombinierte Wettoptionen
Einige Anbieter aus unserem Wettanbieter Vergleich ermöglichen es auch, Doppelte-Chance-Tipps mit anderen Wettmärkten in einer Wette zu kombinieren. Dadurch lässt sich die Quote erhöhen, ohne komplett auf die Absicherung zu verzichten. Sehr beliebt sind etwa Kombinationen wie „Doppelte Chance + Beide Teams treffen“ oder „Doppelte Chance + Über/Unter Tore“. Ein Beispiel: Du kombinierst 1X (Heimteam verliert nicht) mit „Über 2,5 Tore“. Deine Wette gewinnt in diesem Fall, wenn die Heimmannschaft mindestens ein Unentschieden erreicht und insgesamt mehr als zwei Tore im Spiel fallen. Solche Kombis – oft über Wettkonfigurator oder Bet-Builder angeboten – eignen sich, um aus vorsichtigen Tipps einen höheren Gewinn herauszuholen. Beachte aber, dass bei kombinierten Wettoptionen natürlich beide Bedingungen erfüllt sein müssen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit sinkt also im Vergleich zur reinen Doppelten Chance, doch die Quote fällt entsprechend höher aus.
Draw No Bet und andere Alternativen
Die Doppelte Chance ist nicht die einzige Möglichkeit, ein Unentschieden abzusichern. Eine gängige alternative Wettart ist die Wette „Draw No Bet“ (auch Unentschieden = keine Wette genannt). Dabei wettest du auf Sieg Team A oder Team B; kommt es zum Unentschieden, erhältst du einfach deinen Einsatz zurück. Diese Variante bietet höhere Quoten als die Doppelte Chance, allerdings bekommst du im Remis-Fall keinen Gewinn, sondern nur dein Geld retour. Ebenfalls zu erwähnen ist das Asian Handicap +0,5: Setzt du z.B. auf Team +0,5, ist das genau gleichbedeutend mit der Doppelten Chance auf dieses Team. Beide Wetten gewinnen, wenn das Team gewinnt oder unentschieden spielt. Erfahrene Tipper vergleichen hier oft die Quoten beider Optionen und wählen die günstigere – manchmal hat das Handicap oder die Doppelte Chance die Nase vorn, je nach Buchmacher. Es lohnt sich also, vor Abgabe des Tipps kurz zu checken, welche Variante den besseren Wert bietet.
Praxisbeispiele für Doppelte-Chance-Wetten
Um die Einsatzmöglichkeiten der Doppelten Chance weiter zu verdeutlichen, schauen wir uns ein paar fiktive Szenarien an. Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedliche Situationen mit der Doppelten Chance abgedeckt werden können:
Beispiel 1: Der mutige Außenseiter
Stell dir vor, in der Bundesliga empfängt ein Abstiegskandidat (Team A) den Tabellenzweiten (Team B). Die Rollen scheinen klar verteilt: Team B ist Favorit und erhält bei den Buchmachern eine Siegquote von beispielsweise 1,50, während ein Sieg von Team A mit 6,00 quotiert ist (ein Unentschieden liegt etwa bei 4,00). Du hast jedoch das Gefühl, dass Team A zuhause über sich hinauswachsen könnte – vielleicht ist ein Punktgewinn drin. Anstatt nun direkt auf den krassen Außenseiter-Sieg zu wetten (was sehr unwahrscheinlich ist), entscheidest du dich für die sichere Variante und tippst auf Doppelte-Chance-Wetten vom Typ 1X (Heimsieg oder Unentschieden für Team A). Deine Wette gewinnt also sowohl, wenn die Sensation gelingt und Team A tatsächlich gewinnt, als auch wenn es dem Underdog gelingt, dem Favoriten ein Unentschieden abzutrotzen. Nur wenn Team B seiner Favoritenrolle gerecht wird und gewinnt, verlierst du deinen Einsatz. Die Quote für 1X liegt in diesem Fall zwar deutlich unter der 6,00 des reinen Außenseiter-Siegs – zum Beispiel könnte sie um die 2,50 liegen – aber sie ist immer noch deutlich höher als 1,50 (die Quote für den Favoritensieg). Du erhöhst also deine Gewinnchance beträchtlich, ohne komplett auf einen attraktiven Gewinn zu verzichten.
Beispiel 2: Kein Remis erwünscht
In einem Pokal-Halbfinale treffen zwei starke Teams (Team C und Team D) auf neutralem Platz aufeinander. Beide Mannschaften spielen offensiv und gehen voll auf Sieg, da ein Unentschieden keinem weiterhilft – es muss einen Finalisten geben (zur Not nach Verlängerung oder Elfmeterschießen). Du erwartest ein enges Match, bist dir aber sicher, dass eine Entscheidung in der regulären Spielzeit fallen wird, weil keiner der beiden Kontrahenten auf Halten spielt. Hier könnte die Doppelte Chance 12 (eine der beiden Mannschaften gewinnt, kein Unentschieden in 90 Minuten) eine überlegenswerte Wette sein. Egal wer gewinnt – Team C oder Team D – deine Wette ist erfolgreich, solange das Spiel nicht mit einem Remis nach 90 Minuten endet. Die Quote für diese Wette wird zwar niedriger ausfallen als bei einem Tipp auf eines der beiden Teams (weil du ja zwei Ergebnisse abdeckst), aber immer noch attraktiv sein, wenn du davon überzeugt bist, dass es kein Unentschieden gibt. Beachte jedoch: Sollte es entgegen deiner Erwartung doch unentschieden stehen und in die Verlängerung gehen, wäre deine Wette 12 verloren – selbst wenn später im Elfmeterschießen noch ein Sieger ermittelt wird (die Doppelte Chance bezieht sich immer nur auf das reguläre Ergebnis).
Beispiel 3: Der „Bank“-Favorit in der Kombiwette
Angenommen, du stellst einen Kombiwettschein aus mehreren scheinbar klaren Favoritensiegen zusammen. Ein Spiel daraus: Der Tabellenführer spielt zuhause gegen den Letzten. Die Siegquote für den Favoriten liegt gerade einmal bei 1,20 – ein Zeichen dafür, dass seine Überlegenheit als nahezu sicher eingeschätzt wird. Um auf Nummer sicher zu gehen, könntest du nun versucht sein, auch hier eine Doppelte Chance 1X zu tippen. Allerdings würde das die Quote nur minimal verbessern (von 1,20 auf vielleicht 1,10 oder niedriger), denn die Chance, dass der Favorit nicht verliert, ist ja nahezu genauso hoch wie dass er gewinnt. In diesem Fall bringt dir die Absicherung per Doppelter Chance kaum einen Vorteil – im Gegenteil, sie drückt nur die ohnehin schon niedrige Quote weiter nach unten. Die Lehre: Bei glasklaren Favoriten macht eine Doppelte-Chance-Wette wenig Sinn, außer du kombinierst sie mit anderen Tipps um überhaupt eine spielbare Quote zu erzielen. Besser wäre es in solchen Fällen oft, ganz auf die Partie zu verzichten oder nach einer alternativen Wettmöglichkeit zu schauen (z.B. Handicap-Wette auf den Favoriten, um die Quote zu steigern). Unser Favorit gewinnt in diesem Szenario zwar fast immer – aber die Doppelte Chance darauf bietet praktisch keinen Mehrwert.
Die drei Szenarien machen deutlich, wie vielseitig Doppelte-Chance-Wetten einsetzbar sind. Man kann damit sowohl ambitionierte Tipps auf Außenseiter etwas absichern als auch vermeintliche „Bank“-Spiele in einer Kombiwette ergänzen. Letztlich kommt es immer darauf an, abzuwägen, ob die geringere Quote den Sicherheitsgewinn wert ist. Die Doppelte Chance ist ein Werkzeug im Baukasten der Sportwetter – wann es zum Einsatz kommt, hängt von deiner Strategie, dem Spiel und der jeweiligen Quote ab.
Häufige Fragen zu Doppelte-Chance-Wetten
Diese Kurzschreibweisen stehen für die drei Varianten der Doppelten Chance. 1X bedeutet „Heimsieg oder Unentschieden“, X2 bedeutet „Unentschieden oder Auswärtssieg“, und 12 bedeutet „Heimsieg oder Auswärtssieg“ (also dass das Spiel nicht unentschieden ausgeht). Tippst du zum Beispiel auf 1X, gewinnst du die Wette, wenn das Heimteam gewinnt oder das Spiel Remis endet.
Nein, es gibt einen wichtigen Unterschied. Bei einer Doppelten Chance gewinnst du deine Wette auch im Falle eines Unentschiedens (je nachdem welche Variante du spielst). Bei Draw No Bet (Unentschieden = keine Wette) hingegen erhältst du beim Remis lediglich deinen Einsatz zurück und gehst weder als Gewinner noch als Verlierer hervor. Dafür sind die Quoten bei Draw No Bet in der Regel höher als bei der vergleichbaren Doppelten Chance, weil das Risiko für den Wettanbieter hier größer ist.
Ja, die meisten Buchmacher bieten Doppelte-Chance-Wetten auch im Livewetten-Programm an. Du kannst also auch während des laufenden Spiels noch auf eine Doppelte Chance setzen. Die Quoten werden dabei natürlich ständig dem Spielverlauf angepasst. Ein Vorteil von Livewetten: Du kannst die Dynamik des Spiels abwarten und dann beispielsweise auf einen späten Ausgleich (X2) oder das Halten einer Führung (1X) mit einer Doppelten Chance setzen.
In der Regel ist die Doppelte Chance direkt bei den Hauptwetten eines Spiels gelistet, insbesondere bei Fußballspielen. Wenn du ein Match auswählst, findest du bei den Wettmärkten oft einen eigenen Abschnitt für Doppelte Chance (teils als „Double Chance“ bezeichnet). Dort kannst du dann 1X, X2 oder 12 auswählen. Praktisch jeder Buchmacher hat Doppelte-Chance-Wetten im Programm. Solltest du sie nicht sofort sehen, schau unter den Rubriken für 1X Wetten oder nutze die Suche – manchmal sind sie etwas versteckt, aber bei Fußballwetten fast immer verfügbar.
Wie bei allen Sportwetten kommt es darauf an, dass du gute Wettentscheidungen triffst. Doppelte-Chance-Wetten erhöhen zwar die Trefferquote, aber die Gewinne pro Wette fallen geringer aus. Langfristig erfolgreich zu sein ist möglich, erfordert aber Disziplin und ein Auge für den Value (also Situationen, in denen die Wahrscheinlichkeit deines Tipps höher ist als es die Quote impliziert). Ein Beispiel: Schätzt du die Chance, dass ein Außenseiter zu etwa 50% nicht verliert, und liegt die Quote für die Doppelte Chance (X2) bei 2,50 (entspricht ca. 40%), dann hätte diese Wette einen positiven Erwartungswert (Value). Durch die niedrigeren Quoten ist die Marge des Buchmachers bei Doppelten Chancen oft etwas höher. Tatsächlich liegen die Auszahlungsquoten für Doppelte-Chance-Wetten ein paar Prozentpunkte unter denen für normale 1X2-Wetten. Mit einer klugen Auswahl der Wetten und einem durchdachten Money Management kann die Doppelte Chance jedoch durchaus Teil einer profitablen Strategie sein.
Ja, einige Buchmacher bieten die Doppelte Chance nicht nur für das Endergebnis, sondern auch für einzelne Spielabschnitte an. Häufig kann man zum Beispiel auf die 1. Halbzeit als Dreiweg-Markt wetten. In diesem Fall bedeutet 1X, dass das Heimteam zur Pause führt oder es unentschieden steht, während X2 heißt, dass die Gäste zur Halbzeit nicht hinten liegen. Auch für andere Zeiträume (zweite Halbzeit, bestimmte Intervall-Wetten) ist die Doppelchance denkbar, wobei das Prinzip immer gleich bleibt: Zwei Ausgänge werden abgedeckt, einer bleibt unberücksichtigt. Beachte aber, dass die Quoten und Dynamiken hier anders sein können als bei der Wette aufs Gesamtergebnis, da Teams nicht über die volle Spielzeit betrachtet werden.
Ja, sofern dein ausländischer Wettanbieter eine Cash-Out-Funktion anbietet, kannst du diese meist auch bei laufenden Doppelte-Chance-Wetten nutzen. Da die Gewinnwahrscheinlichkeit durch die abgesicherte Auswahl höher ist, kann es allerdings sein, dass der Cash-Out-Wert relativ geringer ausfällt (weil deine Wette von Beginn an wahrscheinlicher war). Dennoch kann es in manchen Situationen sinnvoll sein, einen Teilgewinn vorzeitig mitzunehmen – zum Beispiel, wenn du merkst, dass sich das Spiel anders entwickelt als gedacht. Beachte: Sobald du einen Cash-Out durchführst, ist die Wette beendet und du erhältst den angebotenen Betrag, unabhängig vom Endergebnis.
Fazit
Doppelte-Chance-Wetten gehören zu den beliebtesten Wettarten im Fußball und bieten eine ideale Möglichkeit, Wetten mit erhöhter Sicherheit zu platzieren. Sie eignen sich besonders, um riskante Tipps auf Außenseiter oder unklare Partien abzusichern, da sie zwei der drei Wettarten eines 1X2-Marktes abdecken. Wichtig ist aber, die geringeren Quoten im Blick zu behalten: Nicht immer lohnt sich die Absicherung, etwa bei haushohen Favoriten. Wie jeder Ansatz im Bereich Sportwetten Strategien sollte auch die Doppelte Chance bewusst und mit Bedacht eingesetzt werden. Abschließend lässt sich sagen: Doppelte-Chance-Wetten erhöhen deine Chancen auf einen erfolgreichen Tipp, sind aber selbstverständlich kein Selbstläufer. Sie sind ein Mittel, um cleverer zu wetten – die grundsätzliche Qualität deiner Vorhersage muss dennoch stimmen.