Flat Betting: der gleiche Einsatz auf jede Wette

Vor jeder Wette steht dieselbe Frage, noch bevor du dich für einen Tipp entscheidest: wie viel Geld auf genau diese eine Wette. Viele Tipper entscheiden das aus dem Bauch heraus, mal etwas mehr, mal weniger, je nachdem wie eine Niederlage nachwirkt oder wie gut sich der nächste Tipp anfühlt. Flat Betting nimmt dir diese Entscheidung ab und schreibt den Einsatz ein für alle Mal fest.
Wie funktioniert Flat Betting?
Flat Betting bedeutet, dass jede einzelne Wette denselben, vorab festgelegten Betrag bekommt. Diesen festen Betrag nennt man die Einheit. Du legst ihn fest, bevor die erste Wette läuft, und er gilt dann unverändert für den ganzen Zeitraum, den du auswerten willst, ganz gleich ob das zwanzig Wetten sind oder zweihundert.
Entscheidend ist, was nach jeder Wette mit diesem Betrag passiert, nämlich nichts. Nach einem Gewinn setzt du beim nächsten Mal genau dieselbe Einheit, nach einem Verlust ebenso. Du legst nach einer Niederlage nichts drauf, um sie schneller aufzuholen, und du erhöhst nach einem Treffer nichts, weil es gerade läuft. Der Betrag bleibt stur gleich, egal wie die Serie bis dahin verlaufen ist.
Auch dein Gefühl zur nächsten Auswahl ändert daran nichts. Ob dir eine Wette sehr sicher erscheint oder nur ein vorsichtiger Versuch ist, auf beide setzt du denselben Betrag. Die Einheit steht fest, bevor die erste Wette läuft, und bleibt es unabhängig davon, wie die vorigen Wetten ausgegangen sind und wie überzeugt du von der nächsten bist.
Wie hoch wählst du die feste Einheit beim Flat Betting?
Die Einheit ist beim Flat Betting kein Betrag, den du aus dem Bauch heraus greifst, sondern ein Anteil deiner Ausgangsbankroll, also des Geldes, das du von vornherein fürs Wetten zur Seite gelegt hast. Diesen Anteil legst du selbst fest, und aus ihm ergibt sich, was jede einzelne Wette kostet. An einer angenommenen Ausgangsbankroll von 1.000 Euro lässt sich das durchspielen.
Anteil der Bankroll | Einheit bei 1.000 Euro | Zehn Verluste in Folge kosten |
|---|---|---|
1 Prozent | 10 Euro | 100 Euro, also 10 Prozent |
2 Prozent | 20 Euro | 200 Euro, also 20 Prozent |
3 Prozent | 30 Euro | 300 Euro, also 30 Prozent |
Die letzte Spalte ist der eigentliche Grund, über die Höhe der Einheit überhaupt nachzudenken. Sie rechnet durch, was zehn verlorene Wetten hintereinander kosten, und vom gewählten Anteil hängt ab, wie tief eine solche Serie ins Geld schneidet. Je kleiner der Anteil, desto mehr verlorene Wetten in Folge verträgt deine Bankroll, bevor das Geld für die nächsten Wetten knapp wird. Ein größerer Anteil bringt dir bei einem Treffer zwar mehr Gewinn, lässt die Bankroll bei einer Verlustserie aber genauso schneller schrumpfen.
Einen allgemeingültig richtigen Prozentsatz gibt es deshalb nicht. Welcher Anteil zu dir passt, hängt davon ab, wie viele Niederlagen in Folge deine Bankroll aushalten soll, ohne dass dir das Geld für die nächste Wette ausgeht. Die Werte in der Tabelle sind bewusst angenommen und keine Empfehlung, sie zeigen nur, wie aus einem Prozentsatz ein fester Einsatz und ein konkretes Verlustrisiko wird.
Wie wertest du eine Wettserie mit gleichem Einsatz aus?
Ob sich eine Reihe von Wetten mit gleichem Einsatz gelohnt hat, rechnest du in zwei Schritten aus, und der gleichbleibende Einsatz macht diese Rechnung besonders übersichtlich. Zuerst gibst du jeder einzelnen Wette ein Ergebnis, gemessen in Einheiten. Eine gewonnene Wette bringt die Dezimalquote minus 1, weil dein eigener Einsatz von der Auszahlung noch abgeht. Eine verlorene Wette zählt als minus 1, der ganze Einsatz ist weg. Im zweiten Schritt teilst du den Nettogewinn der gesamten Serie, also alle Gewinne minus alle Verluste, durch die Summe aller Einsätze und rechnest das in Prozent um. Diese Prozentzahl ist die Rendite je Einsatz.
Ein durchgerechnetes Beispiel macht das greifbar. Nimm 20 Wetten mit je 7 Euro Einsatz zu einer angenommenen Quote von 1,90, davon 11 Treffer und 9 Verluste. Jede gewonnene Wette bringt 7 mal 1,90 minus die 7 Euro Einsatz, also 6,30 Euro. Die elf Treffer ergeben zusammen 69,30 Euro, die neun Verluste kosten 9 mal 7 Euro, also 63 Euro. Der Nettogewinn über die Serie ist die Differenz, 6,30 Euro. Insgesamt gesetzt hast du 20 mal 7 Euro, also 140 Euro. Teilst du die 6,30 Euro durch diese 140 Euro, kommst du auf 4,5 Prozent Rendite je Einsatz.
Ob eine solche Serie am Ende reicht, hängt an der Break-even-Trefferquote. Das ist der Anteil an Treffern, ab dem du bei einer bestimmten Quote weder Gewinn noch Verlust machst, und du errechnest ihn als 1 geteilt durch die Dezimalquote. Bei der angenommenen Quote 1,90 sind das rund 52,63 Prozent. Deine 11 Treffer aus 20 Wetten entsprechen 55 Prozent und liegen damit knapp darüber, weshalb am Ende ein kleines Plus steht. Wäre die Trefferquote unter 52,63 Prozent gerutscht, hätte dieselbe Serie mit denselben Einsätzen ein Minus ergeben.
Der eigentliche Vorteil dieser Rendite je Einsatz zeigt sich, sobald du zwei verschiedene Serien vergleichst. Weil bei Flat Betting jede Wette denselben Einsatz bekommt, hängt die Prozentzahl allein davon ab, wie gut deine Auswahl war, nicht davon, wie viele Wetten in der Serie steckten. Eine Reihe über 20 Wetten und eine über 200 lassen sich so direkt nebeneinanderlegen, und die höhere Rendite je Einsatz gehört zur besseren Auswahl, ganz gleich wie lang die beiden Serien waren.
Ist Flat Betting gut, und wo liegen die Grenzen?
Der größte praktische Vorteil des gleichbleibenden Einsatzes ist die Planbarkeit. Du weißt vor jeder Wette genau, wie viel draufgeht, und deine Bankroll bewegt sich nur in Schritten, die du vorher kennst. Dazu kommt, dass der feste Einsatz deine Auswahl vergleichbar macht: Weil jede Wette gleich viel kostet, steht in der Rendite je Einsatz nur, wie treffsicher du getippt hast, und nicht, wie viel du jeweils gesetzt hast. So trennt die Methode sauber, was sonst leicht durcheinandergerät, nämlich die Güte deiner Auswahl und die Höhe deines Einsatzes.
Was Flat Betting dagegen nicht kann, ergibt sich aus genau derselben Eigenschaft. Der Einsatz ist nur ein Geldbetrag, und ein größerer oder kleinerer Betrag ändert nichts am Spiel selbst. Ob du einen kleinen oder einen großen Betrag auf eine Wette setzt, der Ausgang der Partie bleibt derselbe, und auch die Quote, die dir der Wettanbieter anbietet, verschiebt sich dadurch nicht. Mit einem höheren Einsatz wächst allein, was am Ende in Euro herauskommt, der Gewinn ebenso wie der Verlust, und beide im selben Verhältnis.
Aus demselben Grund verschiebt eine größere oder kleinere Einheit die Rendite je Einsatz nicht. Multiplizierst du deine Einheit mit einem Faktor, wachsen Nettogewinn und Gesamteinsatz mit genau demselben Faktor, ihr Verhältnis zueinander bleibt gleich. Wer schlecht auswählt, verliert mit größeren Einsätzen deshalb nur schneller, nicht seltener.
Damit steht die entscheidende Grenze fest. Flat Betting sorgt für Ordnung im Einsatz, aber aus einer schwachen Auswahl macht es keine gute. Liegt deine Trefferquote dauerhaft unter dem Wert, ab dem sich die gespielten Quoten überhaupt rechnen, bleibt die Serie im Minus, so diszipliniert du auch immer denselben Betrag setzt. Der gleichbleibende Einsatz hält deine Wetten übersichtlich und deine Auswertung ehrlich. Ob sie sich lohnen, entscheidest du mit deiner Auswahl, nicht mit der Einheit.

Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit Sportwetten und Online‑Casinos. In dieser Zeit habe ich hunderte Anbieter selbst getestet und dadurch ein feines Gespür dafür entwickelt, wer seriös arbeitet und wer nicht. Auf Wettbuero.com findest du nur Wettanbieter und Casinos, die ich persönlich unter die Lupe genommen habe – von der Angebotsbreite über die Quoten bis hin zu Zahlungsabläufen. Meine Erfahrung hilft mir dabei, Stärken und Schwächen klar zu benennen und dir Tipps an die Hand zu geben, mit denen du Spaß am Wetten hast, ohne deine Verantwortung aus den Augen zu verlieren.
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