Wimbledon Wetten

Paul Stovak
Paul StovakAutor
Aktualisiert: 09.04.2026
Wimbledon Wetten

23 gesetzte Spieler in der ersten Runde gescheitert. Wimbledon 2025 stellte damit einen Grand-Slam-Rekord auf, der zeigt, warum Wimbledon Wetten nach anderen Regeln funktionieren als der Rest der Tour: 13 Seeds bei den Herren, 10 bei den Damen, acht davon aus den Top 10 – darunter Zverev, Medvedev, Gauff und Pegula. Kein Major hat seit Einführung der 32er-Setzlisten 2001 so viele Gesetzte in der ersten Runde verloren (Quelle: ATP Tour).

Der Rasen steckt hinter allem. Fünf Wochen Rasensaison im gesamten Tennisjahr, drei Wochen Umstellungszeit nach dem French-Open-Sand, ein Belag, der sich während des Turniers abnutzt – Wimbledon produziert Quoten, die stärker streuen als bei jedem anderen Grand Slam. Zwischen 2022 und 2024 gewannen bei den Damen drei Spielerinnen in Folge den Titel, die als 17., Ungesetzte und 31. Gesetzte angetreten waren. Wer bei Wimbledon wettet, braucht eine andere Kalkulation als bei den übrigen Majors.

Warum der Rasen Wimbledon Wetten anders macht

Fünf Wochen im Jahr. So lang ist die komplette Rasensaison auf der ATP- und WTA-Tour – und Wimbledon liegt mittendrin. Für Tipper heißt das konkret: Die Datenbasis, auf der Buchmacher ihre Quoten kalkulieren, ist dünner als bei jedem anderen Grand Slam. Weniger Rasen-Matches in der Saison bedeuten weniger belastbare Form-Indikatoren, und das schlägt direkt auf die Quotenstreuung durch. Wer bei Wimbledon Wetten dieselbe Logik anwendet wie bei den Australian Open oder French Open, übersieht den wichtigsten Faktor: den Belag selbst.

Aufschlagdominanz und Tiebreak-Häufigkeit

Der Belag ist schnell, der Ballabsprung flach – beides zusammen verschiebt die Balance zugunsten des Aufschlägers. Auf Sand entscheiden lange Rallyes, auf Gras die erste Waffe. In den Tiebreak-Zahlen wird das greifbar: Bei Wimbledon enden mehr Sätze im Tiebreak als bei den French Open, weil Breaks seltener fallen und Aufschlagspiele häufiger durchgehen. Eine exakte Prozentzahl, die Wimbledon isoliert gegen die anderen Grand Slams stellt, liegt aus keiner belastbaren Quelle vor – aber der Trend ist in jeder Saison sichtbar und messbar.

Für Tennis Wetten auf Wimbledon Spiele hat das konkrete Folgen. Satzanzahl-Märkte (Over/Under Sätze) tendieren bei den Herren Richtung Over, weil Tiebreaks die Sätze strecken, ohne dass ein Spieler ein Break braucht. Ass-Wetten gewinnen an Attraktivität – selbst Spieler, die auf Sand keine Aufschlagmonster sind, servieren auf dem schnellen Belag deutlich mehr freie Punkte. Und der Spezialmarkt Tiebreak Ja/Nein wird bei Wimbledon zu einem der spannendsten Felder, weil die Trefferwahrscheinlichkeit für „Ja" höher liegt als auf jedem anderen Belag.

Platzzustand im Turnierverlauf

Centre Court und Court 1 werden vor dem Turnier auf den Zentimeter präpariert – aber Gras regeneriert sich nicht wie Sand oder Hartplatz. In der zweiten Woche ist der Belag sichtbar abgespielt: Bälle springen flacher, rutschen unberechenbarer, der Untergrund wird stellenweise glatt. Spieler mit starkem Aufschlag profitieren davon noch stärker als in Woche 1, weil Returneure auf dem abgespielten Untergrund weniger Angriffsfläche finden.

Wer Wimbledon Wetten auf Viertel- oder Halbfinals platziert, sollte den Platzzustand einpreisen. Die Quoten basieren auf dem Spieler-Profil, spiegeln die Belagabnutzung aber selten wider. Ein Grundlinienspieler, der in Runde 1 dominiert hat, kann auf einem abgenutzten Court in Runde 4 oder 5 plötzlich ins Straucheln geraten – während ein Aufschlagspieler in der zweiten Woche sogar stärker wird.

Übergang von Sand auf Rasen

Zwischen dem French-Open-Finale und dem Wimbledon-Auftakt liegen drei Wochen – die kürzeste Umstellung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Grand Slams. Spieler müssen in dieser Zeitspanne Spielstil, Beinarbeit und Timing komplett anpassen: vom langsamsten Major-Belag auf den schnellsten.

French-Open-Form ist deshalb ein schwacher Indikator für Wimbledon Wetten. Wer gerade drei Wochen auf Sand dominiert hat, steht auf Rasen nicht automatisch besser da – manchmal sogar schlechter, weil die Umstellung schlicht nicht in drei Wochen gelingt. Die Vorbereitungsturniere auf Rasen (Halle, Queen's, Stuttgart, Eastbourne) liefern die deutlich bessere Datenbasis. Dass beim Rekord-Upset 2025 die kurze Umstellungszeit als einer der Hauptgründe genannt wurde, bestätigt diesen Zusammenhang (Quelle: ESPN).

Wimbledon Wetten auf den Turniersieger

Outright Wetten auf den Turniersieger sind bei Wimbledon der meistgespielte Markt – und einer, bei dem wir in unserer Auswertung der letzten Jahre die größten Quotenbewegungen zwischen Setzung und Turnierstart gesehen haben. Die kurze Rasensaison liefert weniger Datenpunkte als bei den Hartplatz- oder Sand-Majors, und alle Wettanbieter arbeiten mit größerer Unsicherheit. In der Open Era gewannen bei den Herren überwiegend Spieler aus den Top 4 der Setzliste. Bei den Damen ist die Streuung seit 2022 ein Muster für sich.

Herren – Top-Favoriten und Rasen-Bilanz

Carlos Alcaraz hat in seiner Karriere 92 Prozent seiner Rasen-Matches gewonnen – 35 Siege bei nur 3 Niederlagen, die höchste Quote aller aktiven Spieler mit mehr als 20 Rasen-Matches (Quelle: ATP Tour). Zwei Wimbledon-Titel in Folge (2023, 2024), dazu Rasentitel beim Queen's Club 2023 und 2025: Alcaraz' Bilanz auf Gras ist die Referenzgröße im Herrentennis. 2025 verlor er erst im Finale gegen Jannik Sinner in vier Sätzen – sein erster Rückschlag bei Wimbledon seit der Viertrunden-Niederlage gegen Sinner drei Jahre zuvor.

Sinner selbst holte 2025 seinen ersten Wimbledon-Titel und steht damit neben Alcaraz als zweiter Spieler unter 25 mit einem Grand-Slam-Titel auf Rasen. Sein frühes Aus beim Rasenturnier in Halle kurz vor Wimbledon war ein Warnsignal für die Rasen-Konstanz – das Finale gegen Alcaraz beantwortete die offene Frage dann eindrücklich. Für 2026 ist Sinner als Titelverteidiger die logische erste Adresse, aber seine Rasen-Gesamtbilanz ist noch deutlich dünner als die von Alcaraz.

Novak Djokovic bleibt mit sieben Wimbledon-Titeln der Rekordhalter bei den Herren. Sein Erfahrungsbonus auf Rasen ist real: Kein aktiver Spieler hat mehr Matches bei Wimbledon gewonnen. Die Formkurve zeigt nach unten, aber Djokovic bei Wimbledon abzuschreiben wäre ein Fehler, den die Quoten regelmäßig korrigieren.

Spieler

Wimbledon-Titel

Rasen-Bilanz (Karriere)

Quotenbereich

Carlos Alcaraz

2 (2023, 2024)

35:3 (92,1 %)

2,40 (Vorturnier 2025)

Jannik Sinner

1 (2025)

29:10 (74,4 %)

2,75 (Vorturnier 2025)

Novak Djokovic

7

120:20 (85,7 %)

7,00 (Vorturnier 2025)

Damen – Überraschungsfinale als Muster

Drei Wimbledon-Titel in Folge gingen an Spielerinnen, die kaum jemand auf dem Zettel hatte: Elena Rybakina als 17. Gesetzte (2022), Marketa Vondrousova als erste ungesetzte Siegerin der Open Era (2023), Barbora Krejcikova als 31. Gesetzte (2024). Die Weltrangliste taugte im Damen-Feld bei Wimbledon drei Jahre lang kaum als Orientierung.

2025 durchbrach Iga Swiatek dieses Muster – mit einem 6:0, 6:0 im Finale gegen Amanda Anisimova, einer der dominantesten Vorstellungen in der Grand-Slam-Geschichte überhaupt. Swiatek hatte zuvor keinen Wimbledon-Titel gewonnen und galt auf Rasen lange als Schwachstelle. Dass ausgerechnet sie den Trend der Überraschungssiegerinnen brach, zeigt: Auch dieses Muster hat Grenzen, wenn eine Spielerin in absoluter Topform antritt.

Für Outright-Wetten bei den Damen gilt trotzdem weiterhin Vorsicht bei den Top-Favoritinnen. Die Quoten für Spielerinnen außerhalb der Top 10 sind bei Wimbledon attraktiver als bei jedem anderen Grand Slam – und die Daten der letzten fünf Jahre liefern dafür die Belege. Wer auf eine Außenseiterin mit starkem Aufschlag und Rasen-Erfahrung setzt, findet bei Wimbledon häufiger Value als bei den anderen Majors.

Jahr

Siegerin

Setzlistenplatz

Quotenbereich vor Turnier

2025

Iga Swiatek

1

~4,50 (Co-Favoritin)

2024

Barbora Krejcikova

31

Hohe Außenseiter-Quote

2023

Marketa Vondrousova

Ungesetzt

Hohe Außenseiter-Quote

2022

Elena Rybakina

17

Mittlerer Bereich

2021

Ashleigh Barty

1

Favoritin

2019

Simona Halep

7

Mitfavoritin

Wettmärkte bei Wimbledon im Detail

Auf dem Papier deckt Wimbledon dieselben Wettmärkte ab wie jedes andere Grand-Slam-Turnier. In der Praxis verschiebt der Rasen die Wahrscheinlichkeiten innerhalb dieser Märkte aber so deutlich, dass Tipper umdenken müssen. Aufschlagdominanz, weniger Breaks, kürzere Rallyes – wer die Kalkulation von den French Open einfach übernimmt, liegt bei Wimbledon in fast jedem Markt daneben.

Match-Wetten – Sieg, Handicap, Satzanzahl

Die Siegwette ist der Einstieg, das Set Handicap die interessantere Alternative – gerade bei klaren Favoriten. Auf Rasen gewinnen aufschlagstarke Spieler ihre Sätze knapper als auf Sand, weil Breaks seltener fallen und mehr Sätze im Tiebreak enden. Ein Set Handicap von -1,5 auf einen Favoriten ist bei Wimbledon deshalb riskanter als bei den French Open, wo dominante Spieler häufiger 3:0 durchmarschieren.

Over/Under Sätze tendiert bei den Herren bei Wimbledon Richtung Over. Der Grund liegt in der Aufschlagdominanz: Fünf Sätze bei Best-of-Five, dazu Tiebreaks, die Sätze verlängern, ohne dass ein Break nötig ist. Wer auf Under setzt, braucht ein klares Mismatch – bei ausgeglichenen Paarungen spricht die Rasen-Statistik gegen Under.

Spezialwetten – Asse, Breaks, Tiebreaks

Ass-Märkte gehören bei Wimbledon zu den attraktivsten Spezialwetten – und zu denen, bei denen wir die klarsten Tendenzen sehen. Roger Federer servierte in seiner Karriere bei Wimbledon über 1.400 Asse – ein Wert, der zeigt, wie stark der Belag die Aufschlagwirkung verstärkt. Aktuelle Aufschlagspezialisten wie Hurkacz, Bublik oder Berrettini treiben die Ass-Zahlen auf Rasen in die Höhe. Over-Wetten auf Asse haben bei Wimbledon eine bessere Grundlage als bei jedem anderen Grand Slam.

Tiebreak-Wetten – ob mindestens ein Tiebreak im Match stattfindet – liegen auf Rasen häufiger richtig als auf Sand, weil die Break-Rate niedriger ist. Und genau diese niedrigere Break-Rate macht Under-Wetten auf Breaks interessant: Weniger Breaks pro Match als auf Sand ist bei Wimbledon die Norm.

Game- und Punktwetten

Total Games Over/Under ist bei Wimbledon ein Markt mit klarer Tendenz. Weniger Breaks bedeuten mehr gehaltene Aufschlagspiele, und das treibt die Game-Zahl pro Satz hoch – besonders wenn ein Tiebreak dazukommt, der allein schon 12 oder 13 Games zum Satz beisteuert.

Erster-Satz-Sieger verdient bei Wimbledon besondere Aufmerksamkeit. In einem Best-of-Five auf Rasen ist ein Break-Rückstand schwerer aufzuholen als auf Sand, weil das Re-Break gegen einen starken Aufschläger auf schnellem Belag unwahrscheinlicher wird. Wer den ersten Satz gewinnt, geht bei Wimbledon mit einem größeren Vorteil in die Partie als auf den langsameren Belägen.

Markttyp

Rasen-Tendenz bei Wimbledon

Beispiel

Over/Under Sätze (Herren)

Over

Aufschlagdominanz verlängert Sätze

Tiebreak Ja/Nein

Ja

Weniger Breaks → mehr Tiebreaks

Asse Over/Under

Over

Schneller Belag verstärkt Aufschlag

Breaks Over/Under

Under

Rasen reduziert Break-Häufigkeit

Total Games Over/Under

Over

Gehaltene Aufschlagspiele + Tiebreaks

Erster-Satz-Sieger

Gewichtiger als auf Sand

Break-Rückstand schwerer aufholbar

Setzlisten-Upsets und Quoteneffekte bei Wimbledon

23 gesetzte Spieler raus in der ersten Runde – 13 bei den Herren, 10 bei den Damen. Was bei Wimbledon 2025 passierte, war kein Ausreißer, sondern ein neuer Grand-Slam-Rekord seit Einführung der 32er-Setzlisten 2001. Acht Top-10-Gesetzte gingen mit – vier bei den Herren (darunter Zverev und Medvedev), vier bei den Damen (darunter Gauff und Pegula). Auch das ein Open-Era-Rekord für die erste Runde eines Grand Slams.

Wimbledon 2025 war dabei kein einmaliger Zufall. Das Turnier hat historisch die höchste Upset-Rate unter den vier Grand Slams in den frühen Runden. Die Ursachen wurden in diesem Artikel bereits benannt: Belagwechsel in drei Wochen, kürzeste Vorbereitungszeit, dünnste Rasen-Erfahrung bei vielen Gesetzten.

Jahr

Gesetzte raus in R1 (Herren)

Gesetzte raus in R1 (Damen)

Gesamt

2025

13

10

23 (Rekord)

2024

8

3

11

2023

7

8

15

2022

6

10

16

2021

11

8

19

Was heißt das für Wimbledon Wetten? Erstens: Outright-Wetten auf Favoriten tragen bei Wimbledon ein höheres Risiko als bei den Australian Open oder den French Open – die Upset-Daten sprechen eine deutliche Sprache. Zweitens: Match-Wetten in den frühen Runden sind der Bereich, in dem Außenseiter-Quoten am häufigsten Value liefern. Die Setzliste suggeriert Sicherheit, die der Rasen nicht hergibt. Drittens: Die Drawanalyse – wer spielt gegen wen in Runde 1 bis 3 – wird bei Wimbledon wichtiger als bei den anderen Majors. Ein Gesetzter gegen einen Rasen-Spezialisten mit starkem Aufschlag ist auf diesem Belag eine völlig andere Aufgabe als auf Sand.

Live-Wetten bei Wimbledon – Rasenfaktor in Echtzeit

Wer bei Wimbledon live wettet, muss schneller reagieren als bei jedem anderen Grand Slam. Matches kippen auf Gras in Minuten, weil die Punktstruktur eine andere ist: kurze Rallyes, schnelle Punkte, seltene Breaks – aber wenn ein Break fällt, wiegt es schwerer als auf Sand. Ein einzelnes Break kann ein Match entscheiden, weil das Re-Break gegen einen guten Aufschläger auf dem schnellen Belag deutlich unwahrscheinlicher ist. Die Quoten reagieren bei Wimbledon deshalb bei jedem Break stärker und schneller als bei den French Open.

Wetterpausen kommen als zusätzlicher Faktor dazu. Außer dem Centre Court und Court 1, die ein Dach haben, sind alle Courts dem Londoner Wetter ausgesetzt. Regenpausen unterbrechen den Spielfluss – und Spieler, die vor der Pause geführt haben, verlieren nach der Unterbrechung häufiger ihren Vorsprung als man erwarten würde. Momentum bricht, Rhythmus geht verloren, und auf nasser gewordenem Rasen verändern sich die Platzverhältnisse zusätzlich. Wer in der Live-Wette auf eine Regenunterbrechung achtet, findet manchmal günstigere Quoten auf den führenden Spieler, weil der Markt die Momentum-Gefahr einpreist.

Die Punkt-zu-Punkt-Dynamik auf Rasen begünstigt Runs – mehrere Punkte in Folge für einen Spieler, weil kurze Rallyes weniger Raum für taktische Anpassung lassen. Nächstes-Game-Wetten und Nächster-Satz-Märkte sind bei Wimbledon deshalb volatiler als auf Sand. Ein Spieler, der gerade drei Games in Folge gewonnen hat, bekommt teils deutlich kürzere Quoten – ob das berechtigt ist, hängt davon ab, ob der Run auf eigenem Aufschlag basiert oder auf Breaks. Aufschlag-Runs sind auf Rasen normal, Break-Runs sind ein echtes Signal.

Tiebreak-Situationen sind bei Wimbledon häufiger als bei jedem anderen Grand Slam – und damit eine regelmäßige Gelegenheit für Live-Tipper. Im Tiebreak selbst hat der aufschlagstärkere Spieler einen messbaren Vorteil, und die Live-Quoten spiegeln das nicht immer vollständig wider. Besonders in frühen Runden, wenn der Markt den Aufschlag eines Außenseiters unterschätzt, gibt es in Tiebreak-Situationen Value.

Langzeitwetten bei Wimbledon – Turniersieg, Finale, Ausscheidungsrunde

Kein anderer Grand Slam produziert so starke Quotenbewegungen zwischen Saisonstart und erster Runde wie Wimbledon. Das Überraschungspotenzial durch den Rasen-Faktor, das breite Favoritenfeld bei den Damen und die kurze Datenlage machen Langzeitwetten hier besonders reizvoll. Wir sehen bei Wimbledon regelmäßig Quoten-Verschiebungen, die es in dieser Form bei den anderen Majors nicht gibt.

Turniersieg, Finalteilnahme, Runde des Ausscheidens

Die Turniersieg-Wette ist bei Wimbledon besonders attraktiv, weil Favoriten weniger dominant durchmarschieren als bei den Australian Open oder French Open. Das Upset-Muster wirkt sich direkt auf die Outright-Quoten aus: Spieler mit starker Rasen-Bilanz außerhalb der Top 3 liefern bei Wimbledon regelmäßig Value, weil Buchmacher die allgemeine Weltrangliste stärker gewichten als die Form auf dem jeweiligen Belag.

Finalteilnahme ist die konservativere Variante – niedrigere Quoten, aber deutlich höhere Trefferchance. Bei Wimbledon lohnt es sich, die Halbfinal-Seite des Draws zu analysieren: Ein Favorit auf der schwächeren Seite hat bessere Chancen aufs Finale als einer, der schon im Viertelfinale auf den nächsten Topspieler trifft. Die Draw-Auslosung entscheidet bei Wimbledon stärker über die Finalteilnahme-Quoten als bei den langsameren Grand Slams, weil der Rasen Upset-Potenzial in jede Runde trägt.

Runde des Ausscheidens richtet sich an Tipper, die einen Gesetzten gezielt gegen den Draw wetten wollen. Bei Wimbledon ist dieser Markt besonders spannend, weil die Erstrundenaus-Quote bei Gesetzten höher liegt als bei den anderen Grand Slams. Wer einschätzen kann, welcher Gesetzte in Runde 1 oder 2 gegen einen Rasen-Spezialisten antreten muss, findet Quoten, die das Risiko oft unterschätzen.

Quotenbewegung und der richtige Zeitpunkt

Ante-Post-Quoten für Wimbledon öffnen Monate vor dem Turnier. Die besten Quoten gibt es in der Regel vor der Setzung, wenn Buchmacher noch mit den größten Unsicherheiten arbeiten. Nach der Draw-Auslosung verschieben sich die Quoten teils massiv: Ein Favorit mit leichtem Weg bekommt kürzere Quoten, ein Favorit in einem schweren Viertel wird für Value-Sucher attraktiver.

Wimbledon hat dabei eine Besonderheit gegenüber den anderen Grand Slams. Weil die Rasensaison so kurz ist, ändern sich die Quoten zwischen Rasensaison-Start (Anfang Juni) und Turnierstart (Ende Juni) stärker als bei jedem anderen Major. Die Ergebnisse aus Halle, Queen's, Stuttgart und Eastbourne verschieben die Outright-Quoten direkt – ein Rasensaison-Titel vor Wimbledon verkürzt die Quote, ein frühes Aus verlängert sie. Wer Langzeitwetten bei Wimbledon platziert, sollte die Quoten nach der Draw-Auslosung mit denen vor Rasensaison-Start vergleichen – nicht nur die Turnierstartquoten.

Der Fünf-Satz-Faktor bei Wimbledon Wetten

19 Prozent aller Grand-Slam-Matches bei den Herren gehen über fünf Sätze – knapp jedes fünfte (Quelle: physics.usyd.edu.au, Analyse seit 1990). 48 Prozent enden in drei Sätzen, 31 Prozent in vier. Bei Wimbledon verschiebt sich dieses Verhältnis tendenziell Richtung mehr Sätze, weil die Aufschlagdominanz auf Rasen dafür sorgt, dass Spieler ihre Sätze knapper gewinnen und Breaks seltener fallen.

Satzanzahl

Anteil (Grand Slam gesamt)

Wimbledon-Tendenz

3 Sätze

48 %

Seltener – Aufschlagdominanz verlängert Sätze

4 Sätze

31 %

Im Durchschnitt

5 Sätze

19 %

Häufiger – Tiebreaks und Rasen-Faktor

Für Wimbledon Wetten ist der Fünf-Satz-Faktor ein eigener Markt-Hebel. Over/Under 3,5 Sätze tendiert bei den Herren auf Rasen Richtung Over – nicht weil die Spieler schwächer wären, sondern weil der Belag den Aufschlag so stark bevorzugt, dass selbst der bessere Spieler Schwierigkeiten hat, drei Sätze lang Breaks zu erzwingen. Ein Spieler mit starkem Aufschlag kann einen schwachen Satz durch Servicedominanz kompensieren, was Comebacks wahrscheinlicher macht als auf Sand.

Spieler mit starker Fünf-Satz-Bilanz verdienen bei Wimbledon besondere Aufmerksamkeit. Carlos Alcaraz gewann 15 seiner 16 Grand-Slam-Fünfsatz-Matches – die beste Quote in der Geschichte des Turniertennis. In einem Turnier, das tendenziell mehr Fünf-Satz-Matches produziert, ist das ein Faktor, der in Outright- und Match-Wetten einfließen sollte.

Bei den Damen gilt Best-of-Three. Der Rasen-Faktor wirkt trotzdem. Kürzere Rallyes bedeuten schnellere Sets, und schnellere Sets machen Upsets wahrscheinlicher – eine Außenseiterin braucht auf Rasen weniger Punkte zum Satzgewinn als auf Sand, weil die Punktverteilung komprimierter ist. Das erklärt zum Teil, warum die Überraschungsquote bei Wimbledon im Damen-Feld höher liegt als bei den langsameren Grand Slams.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheiden sich Wimbledon Quoten von anderen Grand-Slam-Quoten?
Wimbledon-Quoten streuen stärker, weil die Rasensaison nur fünf Wochen dauert und Buchmacher mit weniger Datenbasis arbeiten. Favoriten werden auf Rasen häufiger geschlagen als auf Sand oder Hartplatz – die Outright-Quoten fallen deshalb im Schnitt höher aus, besonders im Damen-Feld.
Wer sind die Wimbledon Favoriten 2026?
Bei den Herren führt Carlos Alcaraz die Outright-Quoten mit ~2,20 an (Stand: April 2026, bet365), dicht gefolgt von Titelverteidiger Jannik Sinner bei ~2,50. Novak Djokovic steht bei 9,00 – immer noch kürzer als jeder andere Spieler außerhalb der Top 2. Bei den Damen liegen Aryna Sabalenka (~3,75) und Titelverteidigerin Iga Swiatek (~4,00) vorne, Coco Gauff folgt bei ~7,00. Die Quoten werden sich mit den Ergebnissen der Rasensaison ab Juni verschieben – wer früh zuschlägt, sichert sich in der Regel die besseren Preise.
Welche Wimbledon Wetten sind am beliebtesten?
Turniersieg-Wetten führen das Feld an, gefolgt von Match-Wetten und Set-Wetten. Bei Wimbledon sind Tiebreak- und Ass-Wetten besonders gefragt, weil der Rasen beide Märkte begünstigt. Wer über die Standard-Märkte hinausgeht, findet bei Spezialwetten auf Breaks und Games oft die besseren Quoten.
Gibt es bei Wimbledon Live-Wetten auf alle Matches?
Die großen Buchmacher decken bei Wimbledon alle Hauptfeld-Matches mit Live-Wetten ab, auf Nebencourts teils mit leichter Verzögerung bei der Quotenstellung. Durch die Rasen-Dynamik mit schnellen Punkten und seltenen Breaks verändern sich Live-Quoten bei Wimbledon schneller als bei Sand-Turnieren.